Umfrage "Glauben in Deutschland"

Die erste Teilstudie der Umfrage „Glauben in Deutschland“ ist abgeschlossen. Im Zeitraum von Juni 2017 bis Dezember 2018 wurden 1566 Personen in Altersgruppen bis 89 Jahren in verschiedenen Regionen Deutschlands befragt. Diese Umfrage wurde von VisioM e.V. erstellt.

Zur Zeit läuft die zweite Phase der Umfrage, die Anfang 2020 ausgewertet werden soll. Die Frage 4 wurde verändert.

Erkenntnisse aus Frage 1:

Die meisten Menschen geben an, eine persönliche Beziehung zu haben (26,6%). Fasst man die Fragen in drei Kategorien zusammen: a) eher ablehnend/ uninterssiert b) neutral/ interessiert c) Glauben an irgendeine göttliche Existenz, kommt man zu folgenden Ergebnissen:

a) 18,3% lehnen den Glauben an einen Gott ab bzw. sind nicht interessiert

b) 24,1% stehen dem Glauben an Gott neutral bis interessiert gegenüber

c) 57,4% glauben an irgendeine göttliche Existenz

Eine weitere Erkenntnis ist, dass es teilweise signifikante regionale Unterschiede gibt (s.u.)

Erkenntnisse aus Frage 2:

Auffallend ist, dass fast die Hälfte aller Befragten angeben, dass sie in der Natur am ehesten Gott begegnen können (46,7%). Dies ist auch mit Abstand der meistgenannte Wert. Schlusslicht bildet „in einem übernatürlichen Eingreifen im Leben“ (30,8%).

Die Differenz zwischen den anderen Möglichkeiten ist insgesamt sehr gering.

Erkenntnisse aus Frage 3:

Die meisten Befragten (28,9%) geben an, dass sie es noch nie erlebt hätten, dass jemand bei ihnen „angeklopft“ hat. Demgegenüber haben es 19,2% schon oft erlebt.

36% haben insgesamt oft (Skala 4) bis sehr oft (Skala 5) erlebt, dass „jemand“ in ihrem Leben angeklopft hat. Demgegenüber stehen 42,2%, die dies nie (Skala 1) oder selten (Skala 2) erlebt haben.

20,6% hatten schon manchmal (Skala 3) diese Erlebnisse.

Erkenntnisse aus Frage 4:

Die meisten aller Befragten geben an, dem „anklopfen“ weder nachgegangen zu sein, noch es ignoriert zu haben. 21,7% sagen, es ignoriert zu haben. Demgegegnüber stehen 13,5%, die dem nachgegangen wären.

 29,5% sind dem immer (Skala 5) oder oft (Skala 4) nachgegangen. 33,5% haben dem wenig (Skala 2) bis keine (Skala 1) Beachtung geschenkt.

24,5% nehmen eher eine passive Haltung ein (Skala 3)

Korrelationen aus Frage 1 und Frage 5:

Nur 56,6% von denen, die sagen, sie haben eine persönliche Beziehung zu Gott, würden alles für diese Beziehung tun. 4,6% aller Befragten, die angeben, eine persönliche Beziehung zu Gott zu haben, sagen sogar, dass sie wenig bis kein Interesse an einer persönlichen Beziehung zu Gott haben. Aus diesen Ergebnissen können wir ableiten, dass Menschen eine sehr unterschiedliche Vorstellung haben, was eine persönliche Beziehung zu Gott bedeutet. Auf mündlicher Nachfrage wurden sehr unterschiedliche Vorstellungen über eine persönliche Beziehung zu Gott genannt.

Interessant ist, dass 16% von allen Befragten, die sagen, dass es keinen Gott gäbe, viel bis alles für eine persönliche Beziehung zu Gott tun würden, wenn dies möglich wäre. 7,7% würden sogar alles dafür tun. Hier lässt sich Schlussfolgern, dass das Interesse an einer Beziehung zu Gott sogar bei Menschen, die nicht an die Existenz Gottes glauben, unterschiedlich stark vorhanden ist. Lediglich die Hälfte (50,9%) von ihnen hätten garkein Interesse an einer persönlichen Beziehung.

Erkenntnisse aus Frage 5:

Die meisten aller Befragten (27,3%) würden alles für eine persönliche Beziehung zu Gott tun. Fast genausoviel (27,1%) geben eher einen neutralen Wert (Skala 3) an.

14,8% hingegen haben gar kein Interesse an einer persönlichen Beziehung.

46,1% würden alles (Skala 5) bis viel (Skala 4) für eine persönliche Beziehung zu Gott tun.

Demgegenüber stehen 24,6%, die wenig (Skala 2) bis kein Interersse (Skala 1) haben.

27,1% nehmen eher eine neutrale Haltung (Skala 3) ein.

Vergleich nach Regionen: Raum Gießen, Raum Stuttgart, Berlin

Im Vergeich nach Regionen ergeben sich signifikante Unterschiede. Besonders große Abweichungen zum Gesamtdurchschnitt finden wir bei der Meinung „Es gibt keinen Gott“: In Berlin (N=309) sagen 20,8%, dass es keinen Gott gibt. Dies ist fast doppelt so hoch wie der Gesamtdurchschnitt, in dem die Antworten aus Berlin bereits erfasst wurden (10,8%). Demgegenüber sagen 17,5% aller Berliner, dass sie eine persönliche Beziehung zu Gott hätten. Dieser Wert weicht auch stärker vom Gesamtdurchschnitt ab (26,6%).

Im Raum Stuttgart (N=105) sagen wesentlich mehr Menschen (43,8%) als im Gesamtdurchschnitt (26,6%), dass sie eine persönliche Beziehung zu Gott hätten.

Es lassen sich noch weitere Erkenntnisse mit geringeren Differenzen erkennen.

Persönliches Statement von Jonathan:

Es ist für mich sehr interessant, dass das Interesse an Gott wesentlich größer ist, als ich angenommen hätte. Ich kann mir dies damit erklären, dass wir Menschen tief in uns ein ungestilltes Bedürfnis haben. Die Frage ist, wo dieses Bedürfnis herkommt. Sollte es doch einen persönlich erfahrbaren Gott geben, der uns Menschen geschaffen hat, dann hat Gott dieses Bedürfnis in uns hineingelegt. Denn dann sind wir zu einer Beziehung mit Gott geschaffen, die wir aber verloren haben. Wir Menschen versuchen, diese innere Leere mit vielem zu füllen, wie z.B. Karriere, Anerkennung, Beziehungen oder  neu gesteckten Zielen. Doch wenn wir ehrlich sind, erfüllen uns die erreichten Ziele nicht in diesem Maß, wie wir es erhofft haben und wir setzen uns neue Ziele usw. Wenn die Aussage der Bibel stimmt, dass Gott uns Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt hat (vgl. Prediger 3 Vers 11), dann ist dies eine wesentliche Erklärung für unseren inneren Hunger, den wir haben: Nämlich dass wir zu mehr geschaffen sind: um ewig zu leben und in einer Beziehung zu Gott zu leben.

Das Ergebnis, dass fast die Hälfte (46,7%) aller Befragten angeben, dass sie Gott am ehesten in der Natur begegnen können, finde ich ziemlich interessant. Denn bereits in der Bibel wird darauf Bezug genommen, dass wir Menschen anhand der Natur die Existenz Gottes erkennen können:

„Dabei ist doch das, was man von Gott erkennen kann, für sie deutlich sichtbar; er selbst hat es ihnen vor Augen gestellt. Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen. Die Menschen haben also keine Entschuldigung, denn trotz allem, was sie über Gott wussten, erwiesen sie ihm nicht die Ehre, die ihm zukommt, und blieben ihm den Dank schuldig.“ (aus Römer 1 Vers 19-21)

Deshalb möchte ich dich einfach ermutigen, dich auf die Suche nach Gott zu begeben. Denn wenn es ihn gibt, dann hat es eine Bedeutung und Konsequenzen, ob wir an ihn glauben oder nicht. Er möchte uns schon jetzt in unserem Alltag begegnen und uns diesen Sinn im Leben und seinen tiefen Frieden geben, nach dem wir uns sehnen.

Ich persönlich habe mich übrigens auch sehr damit beschäftigt, ob es Gott gibt. Dabei wollte ich nicht einfach Meinungen von anderen Menschen übernehmen, sondern mich selbst auf die Suche nach Gott machen. Obwohl ich kritisch bin, was Religion angeht (denn meiner Meinung nach sind viele Inhalte in Religion von Menschen gemacht), habe ich mir die Frage gestellt, ob es einen Gott gibt, der lebt und den ich persönlich erfahren kann. Hier habe ich verschiedene Aussagen aus unterschiedlichen Religionen, die angeblich von Gott stammen, verglichen und bin an einer Aussage aus der Bibel hängen geblieben: „Wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, dann werde ich mich von euch finden lassen“ (aus Jeremia 29 Vers 13). Ich dachte mir, dass wenn diese Aussage (die der Prophet Jeremia als Gottes Worte weitergebeben hat) wirklich von Gott stammt, dann wird Gott sich auch  an dieses Versprechen halten. Also habe ich ihn gefragt (gebetet, dass er sich mir bitte zeigen soll, wenn er wirklich da ist) und bin aufrichtig auf die Suche gegangen… Das hat meine Leben verändert. Er hat sich mir in Jesus, seinem Sohn gezeigt. Vorsicht – es wird auch dein Leben verändern.

Ich bin so dankbar, dass ich erlebt habe, dass Gott keine unpersönliche Macht ist, sondern uns Menschen nahe kommt, wenn wir uns danach ausstrecken.

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